Chronik

Tabellarische Chronik zum Bauvorhaben Logistikcenter Säntisstraße

September 2009
Die Kleingarten-Kolonie in der Säntisstraße wird von der Bahnlandwirtschaft genutzt. Der Bezirk hält die Fläche jedoch für eine gewerbliche Nutzung vor (so auch im Flächennutzungsplan als Gewerbe- und Industriefläche gekennzeichnet).
 
Dezember 2009
Die Bahntochter "Vivico", die im Besitz der „CA Immo" in Wien ist, verkauft das 100.000 qm große Gelände an die Immobilienfirma "Hortuli" = Gewerbemakler.(Somit ist die Kolonie jetzt Privateigentum und soll von Hortuli scheibchenweise -ab 10.000 qm- verkauft werden, mit dem Ziel,einen Gewerbepark zu errichten).
 
17.02.2010
Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg ( BVV T-S): Fraktionsübergreifend will man sich für den Erhalt der Kolonie einsetzen…
 
03.08.2012
Vom Stadtentwicklungsamt T-S werden 2 Bauvorbescheide (nächste Teilgrundstücke) für  Logistik erteilt.
 
Seit Spätherbst 2012
wird auf dem Grundstück Säntis-89 (ehem.IngBau)gebaut. Dafür liegt mittlerweile eine Baugenehmigung vor, unter der Auflage, ein Verkehrs- und Lärmgutachten vorzulegen.(Obwohl bereits 2010 gefordert, wird es erst im Juni 2013 vorgelegt - und ist inhaltlich völlig unzureichend.)
 
Dezember 2012
Fasst die BVV auf Empfehlung des Stadtentwicklungausschusses einen Beschluss, das Rechtsamt des Bezirksamtes T-S soll u.a.
a) Ergebnisse der Prüfung zur Verkehrs- und Lärmsituation offenlegen und
b) darüber informieren, in wieweit Anwohner informiert/beteiligt wurden.
 
Seit Januar 2013
versuchen wir, zusammen mit den Kleingärtnernund dem "Grundeigentümerverein Lichtenrade" die betroffenen Anwohner über das geplante Logistikcenter aufzuklären, denn vom Stadtentwicklungsamt kamen bisher keinerlei Informationen! Es formiert sich organisierter Widerstand gegen das Logistikzentrum.
 
Februar 2013
Erst als die ersten Widersprüche mehrerer Anwohner (250!) im Stadtplanungsamt eingehen und es sich herumgesprochen hat, dass wir eine groß angelegte Info-Veranstaltung in der Mariendorfer Kirche machen würden,wird man im Bezirksamt auf uns Anwohner aufmerksam.
 
März 2013
aus den einzelnen Anwohnerprotesten wird die Initiative "Süd –Allianz"  unter der Federführung des „Grundeigentümervereins Lichtenrade" und der Kleingärtner„Grüner Säntispark e.V “. Weitere Organisationen, wie die BI "Rettet die Marienfelder Feldmark/BUND" und der "Volkspark Mariendorf" schließen sich an. Auch Anwohner des Richard-Tauber-Damms werden aktiv.
 
23.04.2013
findet eine Einwohnerversammlung auf Initiative der "Piraten" im Gemeinschaftshaus Lichtenrade statt, auf der alle Beteiligten den Anwohnern die Planungen zum Logistikzentrum erläutern sollen. Sowohl der Investor, als auch die Bezirksvertreter können die aufgebrachten Bürger jedoch nicht überzeugen.
 
Seit April 2013
Die "Süd –Allianz" sammelt Unterschriften für den ersten Einwohnerantrag(Anforderungskatalog aller Einwohner des Bezirks an das Bezirksamt)in der Geschichte Tempelhofs.Über den muss in vorliegender Form in der BVV innerhalb von zwei Monaten entschieden werden.
 
19.06.2013
In der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg wird über den eingebrachten Einwohnerantrag 2,5 Stunden, teilweise sehr hitzig, beraten.
2.775 Unterschriften (statt der geforderten 1.000) konnten unter den Einwohnern gesammelt werden.
 
Mit 26:24 Stimmen der geheimen, persönlichen Wahl wird der Antrag denkbar knapp angenommen!
 
 
18.09.2013
Die Fraktion der CDU fordert in einem Dringlichkeitsantrag in der BVV das Bezirksamt auf, den BVV-Beschluss und die Forderungen aus dem Einwohnerantrag endlich umzusetzen. Stattdessen  versucht das Bezirksamt in einer "Mitteilung zur Kenntnisnahme", die von der BVV mehrheitlich beschlossenen Aufgaben unter fadenscheinigen Gründen als 'nicht erforderlich' darzustellen.

In der BVV-Sitzung vom 13.11.13 wird er von der rot-grünen Zählgemeinschaft abgelehnt !

Eine vollkommene Missachtung des Bürgerwillens !

 
Seit Oktober 2013
Statt die Widerspruchsverfahren (aus dem Jahre 2012!) abzuschließen und mögliche Klageverfahren bis zum Ende abzuwarten,kündigt die Bezirksstadträtin die Erteilung der Baugenehmigung für das Logistikzentrum auf einem Teil des Koloniegeländes an.
 
In den folgenden Wochen finden Verhandlungen zwischen dem Investor, der Bahnlandwirtschaft als Pächter, dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V. als Vertreter der Anwohner und dem Bezirksamt statt, die schließlich zu einer Vereinbarung führen. Darin wird festgelegt, dass 1/3 der Fläche für Logistik, 1/3 für "anwohnerfreundliches" Gewerbe und 1/3 für die Kleingärtner festgeschrieben wird.